Pressemitteilung

Bevölkerungsumfrage Region München

Wohnraum bleibt drängendstes Thema – Zufriedenheit mit Kommunalpolitik nur verhalten


Aktuelle Welle: Frühjahrsumfrage 2026

München, 07.07.2026 – Die repräsentative Frühjahrsumfrage 2026 des Regionalinstituts für Marktforschung (RIM Marktforschung GmbH) unter 905 erwachsenen Personen zeigt klare Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger in München und den angrenzenden Landkreisen: bezahlbarer Wohnraum, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaanpassung stehen im Mittelpunkt. Die Bewertung der kommunalen Politik fällt insgesamt verhalten aus.

Mehrheit mit der Rathauspolitik zufrieden – aber nur geringe Begeisterung

Die Arbeit der kommunalen Politik wird von einer knappen Mehrheit grundsätzlich positiv bewertet. Insgesamt zeigen sich 55% mit der Rathaus- beziehungsweise Gemeindepolitik zufrieden, davon allerdings nur 8% sehr zufrieden.

Besonders positiv fällt die Bewertung bei älteren Menschen ab 65 Jahren aus: Hier äußern sich 67% zufrieden. Im Umland ist die Zustimmung mit 59% etwas höher als in der Stadt München (52%). Am kritischsten beurteilen Anhänger der AfD die Kommunalpolitik: Nur 30% zeigen sich zufrieden, 58% hingegen unzufrieden. Besonders hohe Zufriedenheitswerte finden sich dagegen bei den Anhängern der Grünen (73%), der SPD (74%), der FDP (72%) und der CSU (68%).

Parteisympathien: Grüne stärkste kommunale Kraft

Bei der kommunalen Parteisympathie liegen die Grünen mit 30% an erster Stelle. Es folgen:

  • CSU: 23%
  • SPD: 11%
  • AfD: 9%
  • Freie Wähler: 7%
  • Die Linke: 6%
  • FDP: 5%

Insbesondere in der Stadt München (38%) und unter höher Gebildeten (Abitur – 36%, Akademiker – 40%) erreichen die Grünen deutlich höhere Werte als im Umland (21%). Hingegen ist die CSU im Umland mit 29% erheblich stärker ist als in der Stadt (18%). Unter Befragten mit niedriger Schulbildung liegt die CSU mit 34% vor der AfD mit 21%.

Bezahlbarer Wohnraum mit Abstand das wichtigste Thema

54% der Befragten zählen den Wohnungsmarkt zu den drei wichtigsten Themen, um die sich Städte und Gemeinden kümmern sollten. Dahinter folgen

  • Wirtschaft und Arbeitsplätze (29%)
  • Klima- und Umweltschutz (28%)
  • Verkehr und Mobilität (26%)
  • Bildung und Betreuung (25%)
  • Soziale Gerechtigkeit (24%)
  • Gesundheit und Pflege (23%)
  • Zuwanderung und Integration (22%)
  • Teuerung und Inflation (21%)

Vor allem jüngere Menschen unter 35 Jahren (61%) sowie Frauen (58%) sehen den Wohnungsmarkt als dringendstes Problem. Befragte zwischen 35 und 49 Jahren sowie Haushalte mit Kindern gewichten den Bereich Bildung und Betreuung höher (33%/34%).

Nach Parteiensympathie zeigt sich ein differenziertes Bild:

Tabellenauszug

Umsetzung wichtiger Themen überzeugt viele Bürger nicht

Nur ein Drittel der Befragten (33%) ist der Auffassung, dass die für sie wichtigen Themen von der Kommunalpolitik derzeit gut oder sehr gut umgesetzt werden. Fast jeder Zweite (48%) bewertet die Umsetzung als weniger gut oder schlecht. Besonders kritisch äußern sich die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen sowie Anhänger der AfD. Mehrheitlich positiv fällt die Bewertung unter Anhängern der Grünen, SPD, FDP und CSU aus.

Mehr Engagement der Kommunen beim Klimaschutz gewünscht

Beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels fällt das Urteil zurückhaltend aus. Lediglich ein Drittel der Befragten (33%) ist der Meinung, die eigene Stadt oder Gemeinde unternehme ausreichend gegen Folgen wie Hitze, Starkregen oder Dürre. 40% sehen dagegen zu wenig Engagement, während 27% keine Einschätzung abgeben.

Klare Unterstützung für konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen

Bei konkreten Maßnahmen zur Klimaanpassung gibt es hingegen breite Zustimmung zu folgenden Maßnahmen:

  • Ausbau erneuerbarer Energien (Solaranlagen, Windkraft), auch wenn dies das Stadtbild optisch verändert (58%)
  • Ausbau von Grünflächen und Baumpflanzungen, selbst wenn dafür Parkplätze entfallen (53%)
  • Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, auch wenn dies mit Baustellen verbunden ist (48%)
  • Entsiegelung versiegelter Flächen (Parkplätze, Schulhöfe) (40%)
  • Förderung des Rad- und Fußverkehrs, selbst wenn dadurch Autospuren reduziert werden (37%)

Andere Maßnahmen, wie strengere Regelungen für Mülltrennung und Recycling finden nur bei 29% Anklang, die Einschränkung des Autoverkehrs, z.B. durch autofreie Zonen, bei 28%, eine energetische Sanierung von Wohn-Gebäuden auf Kosten von Eigentümern und Mietern bei 24%. Insgesamt sprechen sich vor allem jüngere Befragte und Anhänger der Grünen überdurchschnittlich häufig für die genannten Maßnahmen aus.

Zur Studie

Die erwachsene deutschsprachige Bevölkerung wird regelmäßig durch das Regionalinstitut für Mittelstandsmarktforschung (RIM Marktforschung GmbH) im Rahmen bevölkerungsrepräsentativer Mehrthemenumfragen (regionale Omnibusumfragen) zu verschiedensten Themen aus Wirtschaft, Politik, Sozialem und zur allgemeinen Stimmungslage schriftlich befragt. Die Frühjahrsumfrage war vom 10.04. – 15.05.2026 mit 905 Interviews im Feld der Region München. Die Umfragen sind repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung in der Region München. Das Konfidenzintervall liegt bei 95 Prozent und die Fehlerspanne bei +/- fünf Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 50 Prozent).

Pressemitteilung – Herunterladen (PDF)

Weitere Veröffentlichungen zu den regionalen Trendumfragen finden Sie hier. Alle Informationen zu den regionalen Trendumfragen finden Sie hier. Ihre Fragen beantworten wir gerne.

Freigegeben zur Veröffentlichung unter Bezugnahme auf das durchführende Institut RIM Marktforschung GmbH aus München.

Ein ausführlicher Tabellenband kann auf Rückfrage zur Verfügung gestellt werden.

Kontakt

-V.i.S.d.P
RIM Marktforschung GmbH
Heike Brandstetter
Geschäftsführung
Untersbergstraße 44
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