Pressemitteilung
Hohe Sorgen, Informationsdefizite und breite Zustimmung zur Dienstpflicht
Bevölkerungsumfrage in der Region München zeigt deutliche Trends in der Krisenwahrnehmung der Bevölkerung
Aktuelle Welle: Frühjahrsumfrage 2026
München, 06.07.2026 – Die repräsentative Frühjahrsumfrage 2026 des in München ansässigen Regionalinstituts für Marktforschung (RIM Marktforschung GmbH) unter 905 erwachsenen Personen zeigt: Die Bevölkerung in der Region München blickt mit großer Sorge auf die aktuelle Krisenlage, fühlt sich jedoch vielfach unzureichend über Vorsorgemaßnahmen informiert. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, selbst einen Beitrag zur Landesverteidigung zu leisten – und eine Mehrheit spricht sich für die Wiedereinführung einer Dienstpflicht aus.
Krisensorgen auf Rekordniveau – Bedrohungslage wird als hoch eingeschätzt
Nahezu alle Befragten (97 %) geben an, sich aktuell wegen verschiedener Krisenszenarien Sorgen zu machen. Besonders häufig genannt werden militärische Konflikte in Europa (68 %) und eine mögliche Wirtschaftskrise (61 %). Rund jeder Vierte sorgt sich über Naturkatastrophen, Energieausfälle bzw. Cyberangriffe. Ältere Menschen (65+) äußern mit 77 % besonders große Sorgen über militärische Konflikte.
Nur 3 % der Bevölkerung berichten, derzeit keine Sorgen zu haben.
8 % der Bevölkerung bewerten die aktuelle Bedrohungslage in Deutschland als hoch. Besonders stark ausgeprägt ist diese Einschätzung bei Menschen zwischen 35 und 49 Jahren (56 %) sowie bei Personen mit niedrigerem Bildungsniveau (61 %).
Große Informationslücken bei der Krisenvorsorge
Mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) fühlt sich sehr schlecht oder schlecht über Maßnahmen zur persönlichen Krisenvorsorge informiert. Lediglich 42 % geben an, sehr gut bzw. gut informiert zu sein. Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss sowie Personen mit hoher Bedrohungswahrnehmung berichten signifikant häufiger von Informationsdefiziten. Mehrheit hat bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen 59 % der Befragten in der Region München haben mindestens eine konkrete Maßnahme zur Krisenvorsorge ergriffen, wobei der Fokus auf Vorratshaltung dominiert: Am häufigsten werden Lebensmittelvorräte angelegt (37 %). Diese Form der Vorsorge ist besonders bei älteren Menschen (44 %) und Familien mit Kindern (49 %) verbreitet. Auch Notfallapotheken (31 %) und Trinkwasservorräte (26 %) gehören zu den Standardmaßnahmen eines Teils der Haushalte.
Bargeldreserven halten 26 % der Befragten bereit, ältere Menschen (34 %) und Haushalte mit Kindern (31 %) deutlich häufiger. Technische Vorsorge wie Notstromlösungen (Powerbanks, Generatoren) ist mit 16 % weniger verbreitet, zeigt aber klare Unterschiede zwischen Regionen und Haushaltsformen: Im Umland und bei Familien mit Kindern liegt der Wert deutlich über dem Durchschnitt.
Nur 7 % der Befragten verfügen über einen Notfallplan für die Familie. Diese Zahl zeigt, dass organisatorische Krisenvorbereitung – trotz ihrer hohen Wirksamkeit – bislang kaum etabliert ist. Familien mit Kindern liegen hier mit 14 % deutlich über dem Durchschnitt, was auf ein höheres Verantwortungsbewusstsein in komplexeren Haushaltssituationen hinweist.
Trotz der insgesamt hohen Vorsorgebereitschaft haben 42 % der Befragten keine Maßnahmen getroffen. Besonders hoch ist dieser Anteil bei Personen mit niedriger Bedrohungswahrnehmung, Jüngeren unter 35 Jahren und bei Haushalten ohne Kinder.
Mehrheit befürwortet Wiedereinführung der Wehrpflicht
57 % der Befragten sprechen sich für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus („bin sehr dafür“ bzw. „bin eher dafür“), darunter vor allem ältere Menschen (77 %) und Familien mit Kindern (65 %). Jüngere Menschen unter 35 Jahren lehnen die Wehrpflicht hingegen mehrheitlich ab (Zustimmung: 40 % vs. Ablehnung: 50%).
Allgemeine Dienstpflicht klar bevorzugt
Die Befragung zeigt ein deutliches Meinungsbild in der Bevölkerung hinsichtlich möglicher Dienstformen im Rahmen einer nationalen Sicherheitsstrategie. Insgesamt bevorzugt die Mehrheit der Bevölkerung in der Region München eine allgemeine Dienstpflicht, die sowohl militärische als auch soziale Dienste umfasst. Diese Option wird von 45 % der Befragten unterstützt und bildet damit den klaren Spitzenreiter unter den abgefragten Modellen. Sie wird besonders stark von älteren Menschen (49 %) und Personen mit hoher Bedrohungswahrnehmung (54 %) befürwortet. Auch Familien mit Kindern zeigen eine überdurchschnittliche Zustimmung (49 %).
Der freiwillige Dienst erreicht 24 % Zustimmung und ist damit die zweitbeliebteste Option. Besonders jüngere Erwachsene unter 35 Jahren (33 %) sprechen sich für ein freiwilliges Engagement aus.
Nur 17 % der Befragten bevorzugen den klassischen Wehrdienst bei der Bundeswehr. Auffällig ist, dass diese Option vor allem bei Männern (21 %) und älteren Befragten (25 %) Zustimmung findet. In den jüngeren Altersgruppen sowie in städtischen Regionen ist die Unterstützung deutlich geringer.
Hohe Bereitschaft zur persönlichen Mitwirkung
75 % der Bevölkerung wären bereit, selbst einen Beitrag zur Landesverteidigung zu leisten. Besonders häufig genannt werden ehrenamtliches Engagement (44 %), Zivilschutz (31 %) und logistische Unterstützung (29 %). 14 % können sich einen militärischen Dienst vorstellen. 22 % lehnen eine persönliche Beteiligung ab, insbesondere ältere Personen ab 65 Jahren (31 %). Der Rest macht keine Angabe.
Zur Studie
Die erwachsene deutschsprachige Bevölkerung wird regelmäßig durch das Regionalinstitut für Mittelstandsmarktforschung (RIM Marktforschung GmbH) im Rahmen bevölkerungsrepräsentativer Mehrthemenumfragen (regionale Omnibusumfragen) zu verschiedensten Themen aus Wirtschaft, Politik, Sozialem und zur allgemeinen Stimmungslage schriftlich befragt. Die Frühjahrsumfrage war vom 10.04. – 15.05.2026 mit 905 Interviews im Feld der Region München. Die Umfragen sind repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung in der Region München. Das Konfidenzintervall liegt bei 95 Prozent und die Fehlerspanne bei +/- fünf Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 50 Prozent).
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Weitere Veröffentlichungen zu den regionalen Trendumfragen finden Sie hier. Alle Informationen zu den regionalen Trendumfragen finden Sie hier. Ihre Fragen beantworten wir gerne.
Freigegeben zur Veröffentlichung unter Bezugnahme auf das durchführende Institut RIM Marktforschung GmbH aus München.
Ein ausführlicher Tabellenband kann auf Rückfrage zur Verfügung gestellt werden.
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-V.i.S.d.P
RIM Marktforschung GmbH
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E-Mail hb@rim-marktforschung.de








