Ängste und Befürchtungen I Winter 2016/17

Was die Menschen mit Sorge erfüllt.

München, April 2017

Die politische Situation in den USA, eine Zunahme des Rechtspopulismus, der Zusammenhalt in der EU aber auch Altersarmut, Lebenshaltungskosten und Sicherheit – aktuell gibt es viele Themen, die Anlass zur Sorge bereiten. Die RIM Marktforschung GmbH hat in einer Bevölkerungsumfrage untersucht, was die Menschen in der Region München beschäftigt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse zeigt folgende Infografik:

aengste und befuerchtungen muenchen infografik

Geht es um die eigenen Verhältnisse, ist die Bevölkerung in der Region München schon immer eher guter Dinge (s. hierzu auch: Stimmungsbild in der Region München). So auch im ersten Quartal 2017: sowohl in Bezug auf die eigenen wirtschaftlichen Perspektiven als auch hinsichtlich der Entwicklung der eigenen Lebensqualität geht die Mehrheit der hier lebenden Erwachsenen davon aus, dass der heutige Status quo gesteigert werden kann (glaubt etwa ein Fünftel) – oder zumindest gleich bleibt (das erwarten rund zwei Drittel). Diesen stehen in Bezug auf die zukünftige Lebensqualität 13% und hinsichtlich der persönlichen Finanzen 16% gegenüber, die pessimistisch in die Zukunft sehen. Ob daher die Sorge um Altersarmut, die 74% der Bevölkerung befällt, der eigenen Zukunft oder dem Leben „der anderen“ zugeschrieben werden muss, kann aufgrund der vorliegenden Zahlen nicht hinreichend beantwortet werden.

Ungeachtet jedoch der insgesamt verhältnismäßig unbekümmerten Lebenssituation der Münchner Stadt- und Umlandbevölkerung beäugt ein Großteil der Menschen das aktuelle Weltgeschehen mit Unbehagen.

Politik in den USA

Drei von vier Befragten aus der Stadt München und den umliegenden Landkreisen erfüllt die politische Situation in den USA, wenige Monate nach der Wahl Donald Trumps, mit größerer Sorge. In diesem Zusammenhang werden auch die gefühlte Zunahme des Rechtspopulismus (vor allem aus Sicht des SPD- und Grünen-Lagers ein Alptraum) und der bröckelnde Zusammenhalt in der Europäischen Union kritisch wahrgenommen.

Flüchtlinge und Sicherheit

Der Flüchtlingsstrom, überpräsentes Thema der letzten Jahre, beunruhigt die Bevölkerung mit zunehmendem Alter: während unter den unter 30-Jährigen „nur“ 44% das Thema mit Sorge betrachten (und 55% diesbezüglich eher ruhig schlafen), beäugen unter den über 70-Jährigen 71% das Treiben kritisch. Interessant ist, dass trotz zunehmender Unkalkulierbarkeit und Nähe terroristischer Attentate das subjektive Sicherheitsgefühl in der eigenen Umgebung einer Mehrheit von 56% der Bevölkerung in der Region München keine schlaflosen Nächte bereitet. Mit 40% erfüllt dieser Aspekt unter allen abgefragten Themengebieten die wenigsten Menschen mit Sorge.

Bundestagswahlen 2017

Eher unbekümmert verfolgen die Befragten das Warmlaufen der Politiker vor den Bundestagswahlen 2017 hier in Deutschland. Diese bereiten am ehesten noch den Anhängern „anderer“ Parteien (also nicht CSU, SPD und Grüne) Kopfzerbrechen, doch auch unter diesen nicht einmal jedem Zweiten. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass 57% der Bevölkerung in der Region München Martin Schulz für einen geeigneten Kandidaten vonseiten der SPD halten. SPD-Anhänger stehen zu 85% hinter Martin Schulz. Auch dies ergab die zugrunde liegende Winterumfrage 2017 in der Region München.

Klimawandel und Energiewende

Der Klimawandel treibt 69% der hiesigen Bevölkerung um, vor allem (wenig erstaunlich) die Anhänger der Grünen zu 87%, vergleichsweise weniger die der CSU (63% Besorgte). Die Energiewende und die damit verbundene Strompreisentwicklung lässt hingegen nur 45% der Befragten graue Haare wachsen, während sich ein gleich großer Anteil diesbezüglich unbekümmert gibt (der Rest hat keine Meinung dazu). Weitere Informationen zur Einstellung der Bevölkerung zum Umweltschutz können hier nachgelesen werden.

Geldpolitik und Lebenshaltungskosten

Die aktuelle Geldpolitik ist vor allem den älteren Bevölkerungsgruppen ab 60 Jahre ein Dorn im Auge. 72% der 60- bis 69-Jährigen und 79% der Befragten ab 70 Jahre sehen hierin große Gefahr. Hinsichtlich der Lebenshaltungskosten unterscheidet sich das Ausmaß der Sorgen am deutlichsten in Bezug auf den formalen Bildungsstand und das Einkommen: je niedriger beide Faktoren, desto größer die Sorge.

Zur Studie
Die erwachsene deutschsprachige Bevölkerung der Region München, also der Stadt München und deren angrenzende Landkreise, wird durch das Regionalinstitut für Mittelstandsmarktforschung (RIM Marktforschung GmbH) viermal jährlich im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Mehrthemenumfrage (regionale Omnibusumfrage) zu verschiedensten Themen aus Wirtschaft, Politik, Sozialem und zur allgemeinen Stimmungslage schriftlich befragt.

Die Winterumfrage 2016/2017 war vom 09. Februar bis 02. März 2017 im Feld. Befragt wurden
760 Personen.

Weitere Veröffentlichungen zu den regionalen Trendumfragen finden Sie unter www.rim-marktforschung.de/blog.

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