Chancengleichheit Bildungssystem Bayern

Chancengleichheit und Alltagstauglichkeit des bayerischen Bildungssystems

Pressemitteilung München, 19.07.2021

Chancengleichheit und Alltagstauglichkeit des bayerischen Bildungssystems


Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Bayernumfrage 2021

Jeder zweite Bayer hegt Zweifel an der Chancengleichheit des bayerischen Schulsystems. Die Vermittlung von Alltagsfähigkeiten gelingt nur teilweise. Das zeigt die im April/Mai durchgeführte bevölkerungsrepräsentative Umfrage des in München ansässigen Regionalinstituts für Marktforschung (RIM Marktforschung GmbH).

Chancengleichheit des bayerischen Schulsystems

50 Prozent der Bayern bezweifeln, dass „in Bayern alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Einkommen ihrer Eltern, die gleiche Chance auf einen guten Schulabschluss“ haben. 43 Prozent beurteilen die Chancengleichheit hingegen positiv. In Haushalten mit minderjährigen Kindern überwiegen die kritischen Stimmen mit 60 zu 39 Prozent. Nach Parteiensympathie sehen die Lager der CSU, SPD und FDP die Chancengleichheit auf einen guten Bildungsabschluss mehrheitlich gegeben, während unter Anhängern der Grünen und der Freien Wähler die Kritiker dominieren.

Vermittlung von Alltagskompetenzen im bayerischen Schulsystem

Auf die Frage: „Wie gut gelingt es Ihrer Meinung nach den unterschiedlichen Schularten hier in Bayern, Schülerinnen und Schülern Alltags-Fähigkeiten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Haushaltsführung, Umweltverhalten bzw. selbstbestimmtem Verbraucherverhalten zu vermitteln?“ überzeugt derzeit keine Schulart aus Sicht der Bevölkerung. Die beste der vier Beurteilungskategorien („gelingt sehr gut“) erreicht Zustimmungswerte in einer Bandbreite zwischen 3 und 8 Prozent.

Die Grundschulen schneiden aus Sicht der bayerischen Bevölkerung als Vermittler von Alltagskompetenzen an Schüler am günstigsten ab. 8 Prozent der Bayern sind der Ansicht, dort gelingt dies sehr gut, 42 Prozent vergeben zumindest die Kategorie „gelingt gut“. 23 Prozent finden, dass der Aspekt weniger gut oder gar nicht gelingt. Die restlichen 26 Prozent äußern sich nicht zu diesem Punkt.

An allen weiteren abgefragten Schularten liegt die Zustimmungsquote („gelingt sehr gut“ bzw. „gelingt gut“) deutlich niedriger: an Mittelschulen beurteilen insgesamt 32 Prozent die Vermittlung von Alltagskompetenzen positiv, an Realschulen 36 Prozent, am Gymnasium 32 Prozent, an Wirtschaftsschulen 25 Prozent und an Fachoberschulen 27 Prozent.

Arbeitsmarktchancen von Schulabgängern

Auf die Frage: „Welche Chancen haben, Ihrer Meinung nach, Jugendliche heutzutage auf dem Arbeitsmarkt, die die folgenden Schulen erfolgreich abgeschlossen haben?“ zeigt sich eine deutliche Teilung nach Schularten. Während Gymnasiasten aus Sicht einer deutlichen Mehrheit der bayerischen Bevölkerung sehr gute (44 Prozent) oder gute (43 Prozent) Chancen auf dem Arbeitsmarkt zugesprochen werden, trifft dies auf Mittelschüler in Summe nur aus Sicht von 38 Prozent der befragten Bayern zu. Abgänger der Fachoberschulen haben nach Meinung von 39 Prozent der Bayern sehr gute, und von 41 Prozent gute Chancen, Abgänger der Wirtschaftsschulen zu 27 Prozent sehr gute und zu 48 gute Chancen und Abgänger der Realschulen zu 17 Prozent sehr gute und zu 59 Prozent gute Chancen.

Digitalisierung des bayerischen Schulsystems

Auf die Frage: „An bayerischen Schulen werden derzeit verstärkt die Herausforderungen der Digitalisierung thematisiert. Wie wichtig sind Ihnen persönlich folgende Maßnahmen innerhalb des bayerischen Schulsystems?“ dominiert aus Sicht der Befragten die Notwendigkeit der Schulung der Lehrkräfte im Umgang mit digitalen Medien (87 Prozent Zustimmung). Knapp vier Fünftel der Bevölkerung sprechen sich darüber hinaus für eine Umstellung der Lehrmittel auf digitale Medien aus, 72 Prozent würden die Ausstattung aller Schüler mit Laptops bzw. Tablets begrüßen, 70 Prozent votieren für eine Erhöhung von Informatik-Stunden im Lehrplan.

Image von Ausbildungsberufen verschiedener Branchen

Auf die Frage: „Würden Sie einem Schüler bzw. einer Schülerin hier in Bayern heutzutage empfehlen, eine Berufsausbildung/Lehre in einem der folgenden Bereiche zu machen?“, ergibt sich, der Befragung nach, folgendes Ranking für die höchste Antwortkategorie „Ja, auf jeden Fall“: Handwerk: 67 Prozent, Gesundheitswesen: 45 Prozent, öffentlicher Dienst: 35 Prozent, industrieller Bereich: 33 Prozent, Naturwissenschaften: 32 Prozent, Sozialwesen: 32 Prozent, kaufmännischer Bereich: 27 Prozent, Landwirtschaft: 17 Prozent.

Zur Studie

Die erwachsene deutschsprachige Bevölkerung wird regelmäßig durch das Regionalinstitut für Mittelstandsmarktforschung (RIM Marktforschung GmbH) im Rahmen bevölkerungsrepräsentativer Mehrthemenumfragen (regionale Omnibusumfragen) zu verschiedensten Themen aus Wirtschaft, Politik, Sozialem und zur allgemeinen Stimmungslage schriftlich befragt. Die Bayernumfrage war vom 22.04. – 21.05.2021 (Frühjahrsumfrage) mit 1002 Interviews im Feld. Die Umfrage ist repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung in Bayern. Das Konfidenzintervall liegt bei 95 Prozent und die Fehlerspanne bei +/- fünf Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 50 Prozent).

Die Zahlen im Detail

Pressemitteilung und die Zahlen im Detail „Bildung und Zukunft“ – Herunterladen (PDF)

Freigegeben zur Veröffentlichung unter Bezugnahme auf das durchführende Institut RIM Marktforschung GmbH aus München.

Weitere Veröffentlichungen zu den regionalen Trendumfragen finden Sie unter www.rim-marktforschung.de/news.

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chancengleichheit bildung

Bevölkerung kritisiert mangelnde Chancengleichheit von Kindern bei Schulabschlüssen

chancengleichheit bildung

Pressemitteilung

München, 02.11.2016

Die Hälfte der Bevölkerung in der Region München (Stadt und angrenzende Landkreise) ist der Ansicht, dass Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Einkommen ihrer Eltern, nicht die gleichen Chancen auf einen guten Schulabschluss haben.

Das zeigt die soeben abgeschlossene Bevölkerungsumfrage des in München ansässigen Regionalinstituts für Mittelstandsmarktforschung, bei der 753 Personen im Oktober schriftlich befragt wurden.

Auf die Frage: „Haben in der Region München alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Einkommen ihrer Eltern, die gleiche Chance auf einen guten Bildungsabschluss?“ antworten 52 Prozent der Befragten mit „eher nein“ oder „nein“ und 38 Prozent mit „ja“ oder „eher ja“. 10 Prozent der Befragten haben dazu keine Meinung oder keine Antwort abgegeben.

Chancengleichheit in der Bildung

Abhängig vom politischen Lager, hier betrachtet anhand der Parteiensympathie, variieren die Beurteilungen deutlich. Im Lager der CSU-Anhänger existieren mit 51 Prozent mehr Überzeugte von einer Chancengleichheit als Aberkennende (40%).

Unter Anhängern der SPD sowie der Grünen kehren sich die Mehrheitsverhältnisse hingegen um: 33 Prozent des SPD-Lagers gehen von Chancengleichheit aus, 57 Prozent nicht.

Noch deutlicher ist die Einstellung im Grünen-Lager: 78 Prozent kritisieren mangelnde Chancengleichheit, nur 17 Prozent sehen diese gewahrt.

Halbtags- vs. Ganztagsschule

Laut Angaben der Befragten mit schulpflichtigen Kindern im Haushalt besuchen aktuell 59 Prozent eine Halbtagsschule, bei der der Unterricht mittags endet.

11 Prozent der Kinder sind in Ganztagsschulen mit freiwilligem Nachmittagsangebot angemeldet, 9 Prozent in verpflichtenden Ganztagsschulen, an denen sich Unterrichts- und Erholungsphasen über den Tag verteilt abwechseln.

G8 vs. G9

In der Diskussion um die Dauer der Schulzeit an Gymnasien votiert die Mehrheit der Befragten (42 Prozent) für das neunstufige Gymnasium (G9). Das achtstufige Gymnasium (G8) bevorzugen 10 Prozent aller Befragten, die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 22 Prozent.

6 Prozent befürworten die sog. Mittelstufe Plus, also das G8 zuzüglich eines Flexibilisierungsjahres in der Mittelstufe. Ein Fünftel der Befragten hat dazu keine Meinung abgegeben.

Unter Befragten mit Schülern im Haushalt präferieren 46 Prozent das G9, 12 Prozent das G8, 18 Prozent plädieren für eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 und 8 Prozent sprechen sich für die sog. Mittelstufe Plus aus.

Zur Studie
Die erwachsene deutschsprachige Bevölkerung wird jährlich durch das Regionalinstitut für Mittelstandsmarktforschung (RIM Marktforschung GmbH) im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Mehrthemenumfrage zu verschiedensten Themen aus Wirtschaft, Politik, Sozialem und zur allgemeinen Stimmungslage schriftlich befragt.

Die Herbstumfrage in der Region München war vom 29.09. – 20.10.2016 im Feld. Befragt wurden 753 Personen.

Herunterladen (PDF)

Informationen zu den regionalen Bevölkerungsumfragen erhalten Sie unter www.rim-marktforschung.de/marktforschung.

Weitere Veröffentlichungen zu den regionalen Bevölkerungsumfragen finden Sie unter www.rim-marktforschung.de/blog.

 

Freigegeben zur Veröffentlichung unter Bezugnahme auf das durchführende Institut RIM Marktforschung GmbH.

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